Unser Resumeé von 4 Wochen Sambia:

 

Land freundlicher, herzlicher Menschen und großartiger Natur

Bis auf ganz wenige Ausnahmen, sind wir überall, ganz gleich ob in einem Dorf, in einer Stadt, auf einem Campground, an einer Tankstelle, auf dem Markt oder an den Polizei – Checkpoints, lachend und freundlich mit „How are you?“ begrüßt worden. Da wir oft in Gegenden waren, wo Touristen eher fremd sind, konnten man gar nicht glauben, dass wir nichts Verkaufen wollen, keine Missionare sind und auch keine Geschäfte machen wollen. Reisen einfach um Land und Leute kennen zu lernen, hat zum Teil zu Verwunderung geführt, aber auch große Freude ausgelöst.

 

Die Flusslandschaften der großen Flüsse Zambezi, Lunagwa und Kafue sind einfach paradiesisch.

 

Land der Kinder und Jugendlichen

Ca. 60% aller Zambier sind unter 20 Jahre alt. Wir haben in so viele neugierige, wissenshungrige und fragende Kindergesichter geblickt. Slogans wie „Hard work and strict discipline“ oder „Education is the key to success“ zieren die Hinweisschilder auf die Schulen. Immer wieder haben wir mit Jugendlichen Diskussionen geführt, was sie wohl nach der Secondary Education machen könnten. „Madam, I need your support“ - wir hatten den Eindruck, sie sind ziemlich alleine gelassen bei der Realisierung ihrer Träume. Welche Zukunft erwartet sie wohl?

 

Land der Fahrradfahrer

Nordafrika hat den Esel, Zambia hat das Fahrrad. Alles wird auf dem Fahrrad (aus Indien, ohne Bremsen, ohne Licht) transportiert: Menschen, Ziegen, Hühner, Obst und Gemüse, Maissäcke, Holzkohle. Über ausgewaschene, sandige Pisten, bergauf und bergab. Manche haben Fahrradpumpen und Flickzeug dabei und immer wieder wird am Straßenrand repariert. This keeps them fit!

 

Größere Lasten transportiert man allerdings doch mit Ochsengespannen – vorausgesetzt es gibt eine halbwegs intakte Piste.

 

Land der Tribes, Chiefs, Headmen, … und wer sonst noch wichtig ist

72 verschiedene ethnische Gruppen, genau so viele Sprachen und Englisch als offizielle Landessprache – das ist eine echte Herausforderung. Viele Jugendliche sprechen nur sehr rudimentär Englisch und sind damit vom offiziellen politischen Diskurs ausgeschlossen. Dazu kommt, dass gerade auf dem Land die traditionellen Hierarchien noch eine ganz große Rolle spielen. Ohne den Headman oder Chief zu fragen, durften wir z.B. in keinem Dorf einfach nur übernachten. Diese Männer und Frauen haben eine Schlüsselrolle in der Gesellschaft inne und wahrscheinlich ist eine Weiterentwicklung im Land nur über sie möglich.

 

Land der Missionare und Kirchen

In jeder Siedlung und jedem Landstrich gibt es Kirchen und Glaubensgemeinschaften aller nur erdenklicher Art. Wir zählten einmal 10 verschiedene entlang eines nur 15 km langen Straßenabschnitts. Ob sie den Menschen, vor allem den vielen Kindern und Jugendlichen, einen Weg aus der Armut weisen können?

 

Missionsstationen betreiben meist Schulen und/oder Krankenhäuser, und leisten Unglaubliches. Wie man uns in Chitakoloki versicherte, „entlasten“ sie damit bewusst den Staat, der diese Aufgaben eigentlich übernehmen müsste.

 

Land der Gegensätze

Wenn der Durchschnittslohn pro Monat bei 1000 NAM (=ca. 90 €) liegt und gleichzeitig Touristen im Land sind, die bis zu 1000 US$ pro Nacht in einer Luxuslodge zahlen, dann darf es nicht verwundern, wenn alle Touristen als unermesslich reich angesehen werden und jede realistische Einschätzung verloren geht. „You are rich, give me 5 Kwacha, I want to wash my clothes, I am hungry, ... etc.“ - das hörten wir immer wieder. Wir sind uns nicht sicher, ob es wirklich eine so kluge Fremdenverkehrspolitik ist, vor allem den Luxustourismus zu fördern. Es entsteht kein Kontakt mit den Einheimischen, die bestenfalls als Kellner, Gärtner, Kofferträger oder Fahrer für Gamedrives arbeiten und dann abends in ihr zu Hause ohne Strom und fließendes Wasser zurückkehren. Wer soll das verstehen?

 

land of broken dreams“ (Zitat eines Australiers, der seit vielen Jahren im Copper Belt arbeitet)

So viele Brücken, Betonfurten, die nach den letzten heftigen Regenfällen wieder kaputt sind; so viele Gebäude, die halbfertig in den Siedlungen stehen; so viele Campgrounds, die kreativ gestaltet wurden und bald nicht mehr in Betrieb sind; Geschäfte, die leere Regale haben und der Shopowner nur die Achseln zuckt; Felder, die wie vor 500 Jahren bestellt werden - diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

 

You are from Europe, you could work miracles here“ - das sagte uns ein sehr gebildeter Councellor. Auf unseren Einwand, dass die Zambier das Potential selbst hätten, ernteten wir ein Lächeln, bekamen aber keine Antwort.

 

 

Wir werden weiter versuchen zu verstehen.


Unsere Reiseroute in Sambia

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