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Präludium zur Dasht-e Lut


Dienstag, 29.10.2019 (7.8.1398) bis Mittwoch, 6.11.2019 (14.8.1398) – 1.642 km

GESAMT:  85 Tage –11.288  km

 

Von Susi und Christian erreichen uns begeisterte Berichte über ihre Fahrt durch die Dasht-e Kavir - und das macht uns gribbelig. Die vielen Feiertage, an denen die meisten kulturellen Highlights geschlossen sind, erleichtern uns die Entscheidung und wir düsen noch einmal fast 1000km nach Norden. In Deyhook treffen wir uns mit den beiden an der Tankstelle um sozusagen als „Präludium“ zur Fahrt durch die Lut gemeinsam ein paar weitere Pisten in der Kavir zu erkunden. Die erste führt uns von der Wüstensiedlung Parvareh entlang der Sanddünen über weite Ebenen und schwarze Flächen nach Nayband, dem Lehmdorf, das malerisch am Gebirgshang liegt. Im Palmenhain finden wir einen guten Platz. Es zieht uns noch einmal zu Karawanserei Chah-e Karo kurz vor Ravar. Von dort versuchen wir 3 Tage lang einen GPS-Track nach Osten, um die Wüsten Richtung Shadad zu queren. Wir erleben die schönste, aber auch herausfordernste Off-Road Strecke, die wir je gefahren sind. Wir folgen wunderschönen Canyons, zum Teil noch mit etwas Wasser, dann passieren wir weite weiße, schwarze, dann wieder gelbe Ebenen. 3 tiefe Canyons müssen gequert werden. Eine Abfahrt in das Flussbett trauen wir uns nur, indem wir Cappuccino mit der Seilwinde sichern. Von nun an wissen wir, dass wir nicht mehr zurückkönnen. Schließlich erreichen wir eine Durchfahrt zwischen 2 Vulkanen, die uns fast stoppt. Der Untergrund ist so fein wie Mehl, die Auffahrt steil, die Steine aus leichtem Tuff, der keinen Halt bietet. Wir beschließen, hier vorerst einmal zu übernachten. In der Kühle des Morgens, wenn der Sand noch etwas feucht und fester ist, schaffen wir es dann. Wir räumen die Autos leer um möglichst wenig Gewicht zu haben, Christian nimmt Martin die letzten Meter wieder ans Seil und mit Sandblechen, Schwung und viel Glück stehen schließlich beide Fahrzeuge oben. Alle Kisten müssen hinaufgetragen werden – aber wir sind einfach nur froh, dass beide Autos heil sind. Eine lange Fahrt über weitere Ebenen, zum Teil ruppig, zum Teil kiesig, bringt uns zurück in die Zivilisation zu einer Teerstraße. Wir sind unendlich dankbar, sehr erschöpft und wissen, dass ein Schutzengel mitgeflogen ist. Schließlich werden wir mit einer atemberaubenden morgendlichen Fahrt durch gleißend weiße Salzebenen, die von verfestigten Lehmburgen überragt werden, und einem grün-blau schimmernden „See“ belohnt. Nördlich von Shadad waren im Frühjahr so heftige Regenfälle, dass die Piste weggeschwemmt wurde, sie ist erst seit wenigen Tagen wieder offen. Der See, die glitzernden Salzflächen, das sind die Andenken an die Überschwemmungen. Wunderbar schön – aber auch eine Mahnung, wie zerstörerisch die Natur sein kann.

 

Wir erreichen Kerman ohne Probleme und quartieren uns bei einem Hotel ein, das im Hinterhof Campern einen Stellplatz bietet. Wir müssen jetzt in eine Werkstatt, denn Cappuccino braucht nicht nur ein Service sondern nach unserer heftigen Wüstentour auch kleinere Reparaturen.

Wäsche waschen, die Autos vom Wüstenstaub befreien, schreiben und Fotos sortieren, Visum verlängern, die Tour durch die Lut planen, einkaufen usw. – es gibt viel zu tun.

 



Kurzvideos: Großansicht nur in YouTube möglich !

fantastische Wadis in der Dasht-e Kevir am Weg zur Dasht-e Lut




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Karte wähl- und zoombar mit track
Iran 2019-10-29 bis 11-06.html
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Kommentare: 3
  • #1

    Maria & Wolfgang (Donnerstag, 07 November 2019 07:42)

    Sieht ja ziemlich wild aus und liest sich auch so, alle Achtung ���
    Wünschen Euch ein paar entspannte Tage, bevor das nächste Abenteuer ruft ;-)
    Und passt gut auf Euch auf, wir wollen Euch alle (einschließlich Equipment) heil wiedersehen!
    Alles Liebe
    Maria & Wolfgang & Flora

  • #2

    Engelbert Kohl (Donnerstag, 07 November 2019 17:03)

    Ein Hallo ins "Nirwana"!
    Wow, Grossartig,Sagenhaft...und überhaupt,das ihr all die Schmankerln so locker gefunden habt...
    Alle Ehre! Das macht euch "so schnell" niemand nach!
    Gute weitere Reise,Toi Toi Toi!
    Monika u. Bert,Steiermark

  • #3

    Michael (Freitag, 08 November 2019 13:34)

    PFAD - FINDER im wahren Wortsinn!!!!
    Schon fast unglaublich, wie ihr da noch vorankommt. Wunderschöne Bilder, steile Gegend, und sehr mutige Routen.
    Alles Gute für die weiteren Abenteuer
    Michael+Lissi