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[35] Unser ganz persönliches Resümee von 15 Tagen Jordanien


Wir hatten uns sehr auf Jordanien gefreut und wollten mindestens 3 Wochen bleiben. Das Corona Virus und die begleitenden Maßnahmen haben uns dann schlussendlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher haben wir nur fragmentarische Eindrücke mitnehmen können.

Wir verfielen in Staunen und Bewunderung angesichts der langen Geschichte und ihrer Zeugen. Kulturhistorisch ist dieses Land eine Schatzkisten, wo es noch viel zu entdecken gibt. Allerdings würden einige etwas weniger bekannte, aber genau so eindrucksvolle Stätten durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit von Seiten der "Schatzhüter" vertragen. Wenn z.B. rund um einen Palast aus dem 2. Jahrhundert vor Christus mit riesigen ausdrucksstarken Löwenskulpturen viel Müll liegt, das Eingangstor total verrostet ist und es überhaupt kein Infomaterial gibt (obwohl Eintrittsgeld verlangt wird), dann tut das im Herzen weh.

Landschaftlich ist das Wadi Rum einfach ein unglaubliches Highlight. Auch wenn wir mittlerweile viele Wadis befahren und erwandert haben, waren wir sehr beeindruckt. Die Küste entlang des Toten Meers ist etwas traurig, da viele Baustellen und militärische Einrichtungen oder Hotels den Zugang erschweren. Wirklich spannend ist der Steilabfall des Küstengebirges. Hier entsteht der Eindruck, man "stürzt" förmlich in die Depression des Toten Meers.

Erstaunt waren wir über die sichtbare Armut der Bevölkerung - wir hatten uns Jordanien wohlhabender vorgestellt. Die Häuser sind schmucklos und oft halb verfallen. Halbleere Geschäfte säumen die Straßen. Viele Menschen leben unter Plastikplanen (Erntearbeiter? Flüchtlinge?) auf nassem Boden. Kinder laufen auch bei nur 10° barfuß herum. Nomadenzelte stehen auf steinigen, schiefen Ebenen, ohne jegliche Infrastruktur. Überlandstraßen wie z.B. der "King's Highway" sind Rumpelpisten, genau so wie wir sie im Iran erlebten. Sogar Amman strahlt - bis auf wenige Viertel - keinen sichtbaren Wohlstand aus. Hier scheint überall Geld zu fehlen.

Da wir etwas gehetzt durch das Land zogen, kamen wir nur sehr sporadisch mit der Bevölkerung in Kontakt. Dort wo es gelang, wurden wir immer sehr freundlich empfangen, allerdings nie eingeladen. So haben wir über den Alltag der Menschen fast nichts in Erfahrung bringen können.

Die Polizei- und Militärpräsenz ist hoch, mit vielen Kontrollpunkten an den Straßen und Einfahrten. Zu uns war man immer freundlich, wir wurden allerdings auch mehrmals weggeschickt - "It's not safe here" oder "It's not allowed to stay overnight here". Man konnte uns nicht sagen, wovor wir uns fürchten sollten. Allerdings fanden wir dann immer einen Platz bei einem Privathaus.

Corona stresste hier niemand - außer jene, die vom Tourismus leben.

Wir sind ein wenig traurig, dass wir nicht wie in den anderen Ländern mit Ruhe auf Jordanien einlassen konnten. Wir sind aber auch froh, die kulturellen Highlights gesehen und einen kleinen Eindruck vom Alltag bekommen zu haben.

Wer weiß, vielleicht kommen wir ja wieder?

 


unsere (ewas verkürzte)  Reiseroute in Jordanien


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Kommentare: 1
  • #1

    Geld & Dietmar (Sonntag, 15 März 2020 12:53)

    Hallo ihr Weltenbummler!
    Danke für die vielen Eindrücke, die wir durch euch von der langen Reise erhalten haben, wir sind begeistert!
    Nun wünschen wir euch , trotz der
    „ Corona Störung“ auf der letzten Reiseetappe einen gute Ankunft zu Hause !
    Liebe Grüsse
    Geli & Dietmar