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Wie geht das denn – ohne 4x4?


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Samstag, 7.1.2023 – Samstag 21.1.2023 - km 1.540

GESAMT: 139 Tage – km 16.913

 

Das Kontrastprogramm am Camping Municipal von Salta mit seinem überdimensionalen Swimmingpool tut uns nach der Einsamkeit und dem Schrecken des Altiplano richtig gut. Hier treffen wir andere Reisende, tauschen Erlebnisse und Erfahrungen aus und genießen Salta mit seinen kulturellen Highlights. Sehr beeindruckt sind wir vom Museo de Archeologia de Alta Montana, wo Kindermumien aus der Inka Zeit dokumentiert sind. Vor ca. 500 Jahren wurden diese Kinder auf ihre spezielle Rolle in der Gemeinschaft vorbereitet und schließlich mit 8, 13 und 15 Jahren auf eine weitere Wanderung auf den Vulkan Llullaillaco (6.739m!!) geschickt um dort den Göttern geopfert zu werden. Die Höhe, die Kälte und Trockenheit haben sie konserviert, sie gelten als die best erhaltenen Mumien der Welt.

 

Nach einigen Tagen ist uns der Rummel am Campingplatz doch zu viel und wir ziehen weiter. „Carry Cappuccino like a baby“ – das hat man uns vor einigen Jahren in Südafrika mitgegeben, nach einer viel einfacheren Reparatur. Aber wie geht das jetzt – ohne 4x4, als „normales“ Wohnmobil? Wir, die wir gewohnt sind, so weit als möglich „off the beaten tracks“ unterwegs zu sein, müssen erst lernen, Pisten zu meiden und brav auf Asphalt zu bleiben.

 

Wir tingeln also nach Süden, wieder auf der Ruta40. Die Quedraba de las Conchas kurz vor Cafayate mit ihren roten Felsen und dem „El Teatro“ beeindruckt uns. Ein paar Tage bleiben wir nahe Hualfin am Ausgang einer Schlucht. Wir wandern den Bach entlang und genießen die Ruhe.

 

Es ist Sommer und sehr heiß, alle suchen Wasser zur Abkühlung. Urlaub heißt hier Schwimmbad, grillen, Fußball und ganz laute Musik spielen, die aus Lautsprechern kommt, die den Kofferraum des noch so kleinen Autos völlig ausfüllen. Da jeder stolze Besitzer so einer fahrbaren Lärmmaschine seine Musik für die beste hält, muss die des Nachbarn übertönt werden. Was das heißt, kann man sich gut vorstellen, denn das geht die ganze Nacht.

 

So lernen wir einige öffentliche Schwimmbäder, Stauseen und Flüsse kennen und gewinnen Einblicke in so manche lokale Freizeitgestaltung. Beim „Tagescamping“ Municipal in Villa Sanagsta empfängt uns vorerst auch laute Musik aber wir dürfen als einzige Gäste über Nacht bleiben und haben so das Schwimmbad ganz für uns alleine und ohne Musikbeschallung. Der Camping Municipal in La Rioja ist geschlossen, angeblich wegen eines Streits zwischen Bürgermeister und Bezirksverwaltung. So ziehen wir uns auf den nahen Stausee zurück, wo uns Mountainbiker freundlich grüßen.

 

Schließlich queren wir die weite Ebene zwischen der Sierra de Valle Fertil und der Sierra de Pocho, westlich von Cordoba. Wir wählen die direkte Strecke auf der RN20 bzw. 28, die sich als einspurige Erdpiste entpuppt, aber gut zu fahren ist. In der Sierra de Pocho überrascht uns dann auf einem Aussichtspunkt eine Horde von Tagesausflüglern, die von Osten auf der asphaltierten Strasse hierher kommen. In dieser interessante Bergwelt finden wir dann auch einen wunderbaren Übernachtungsplatz an einem Fluss mit Bademöglichkeit – und das ohne fremde Musikbeschallung!

 

Unser Ziel ist La Cumbre, wo uns Frances und Alejandro eingeladen haben, einige Tage bei ihnen zu verbringen. Hier sind wir mitten in einem der Haupturlaubsgebiete der Argentinier und kommen uns vor wie in England. Vor Generationen wurden Briten hierher geholt, um die Eisenbahn zu bauen, viele sind geblieben. Stattliche „stately homes“ liegen in wunderbaren, parkähnlichen Gärten. Man spielt Polo und Golf, kann in Tea Houses den 5 Uhr Tee genießen, lädt zu Garden Parties oder verbringt den Nachmittag unter hohen Bäumen am Fluss. Ein herzliches Dankeschön an Frances und Alejandro für ihre Großzügigkeit und Gastfreundschaft, die vielen Informationen und Tipps. Wir haben uns in ihrem Garten wunderbar erholt. Hier können wir endlich unsere Heimreise und die Verschiffung von Cappuccino fixieren, ausspannen und die ca. 5 Wochen bis zur Heimfahrt planen.

 

Aber ehrlich gesagt – so richtig wissen wir immer noch nicht, wie so eine WoMo Tour wirklich gehen könnte….

 

es gibt auch schöne Musik in angenehmer Lautstärke :-) - hier im El Teatro in der Quebrada de la Conches


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Kommentare: 2
  • #1

    Stephanie & ihre Rasselbande (Sonntag, 22 Januar 2023 12:27)

    Liebe Lisi & Martin
    Wie halten euch weiterhin die Daumen, dass ihr sowohl die Verschiffung gut hinbekommt, dass das Flugbuchen gelingt - aber viel wichtiger, dass euch die letzen 5 Wochen auch so gut gefallen wie die ersten ca 20 eurer Reise ….
    Argentinien bzw Bolivien haben sicher noch so einiges für euch zu bieten!
    Liebe Grüße aus dem angezuckerten Linz bei leichtem Schneeflackerltreiben
    Eure Nachbarn von Nummer 13

  • #2

    Peter und Patricia Schirato (Dienstag, 24 Januar 2023 06:34)

    Wir schließen uns an diese guten Wünsche an. Liebe Grüße PaPe