Zu einem richtigen König und in die Etoscha

19.9.2017 – 23.9.2017

 

Von Ruancana aus nehmen wir die C46 nach Osten – Asphalt, wir können es kaum glauben. Kurz nach Tsandi, einem kleinen Dorf mitten in Ovamboland, besuchen wir King Taapopi, den König des Kwalundi Tribes. Er und seine „Kollegen“ spielen auch im 21. Jahrhundert eine bedeutende Rolle in der Politik. Der König und seine Familie wohnen längst in einem Neubau, seine alte „Residenz“ kann besucht werden. Ein Labyrinth von Gängen zwischen Holzstäben führt durch eine Ansammlung von Rundhütten und Versammlungsplätzen, die von unserer Guide respektvoll erklärt werden. Wieder einmal wird uns bewusst, wie unterschiedlich Lebensformen sein können.

 

Am Weg in den Etoscha Nationalpark „gönnen“ wir uns noch einen 4x4 Trail mit einem 36km langen Riverbed Trail. Dieser Pad verlangt fahrerisch viel von uns und unseren Autos – von Tiefsand, bis steinig und tonig, Auf- und Abfahrten, alles ist dabei. Ganz nebenbei sehen wir unglaublich viele Tiere: Giraffen stehen ganz nahe im Flussbett und schauen uns zu, Elefanten weichen im letzten Moment auf die Böschung aus, Zebras, Oryxe, Kudus und Strauße haben es nicht wirklich eilig. Einfach toll, und das alles in der freien Wildbahn und ganz aalleine! Abends sitzen wir auf dem Community Etosha Roadside Campground hoch über einem Wasserloch, vor dem mehr als 30 Zebras, eine Giraffenfamilie, Kudus, Springböcke, Jakale, Affen und Oryxe geduldig auf Wasser warten. Leider gibt es keines, da die Wasserpumpe kaputt ist. Hoffentlich wird sie bald hergerichtet!

 

3 Tage wollen wir im Etoscha Nationalpark Tiere sehen – eventuell welche, die wir "in der freien Wildbahn" noch nicht getroffen haben.

Am Westgate, dem Galton Gate, macht man uns gleich auf alles aufmerksam, was wir nicht tun dürfen - daran müssen wir uns nach der Freiheit der letzten Wochen erst wieder gewöhnen. Wir übernachten im Camp Olifantsrus, einem Ort an dem noch während der Südafrikanischen Besatzungszeit Elefanten getötet wurden, weil die Population so zugenommen hatte. Im Camp ist darüber eine Infostelle eingerichtet. Das Wasserloch wird abends mit Infrarotlicht angestrahlt – und so machen wir die Begegnung mit einem „orangen Elefanten“.

Auf unserer Fahrt ins 2. Camp beschenken uns 2 Wasserlöcher mit unglaublichem Tierschauspiel. Einmal kommen Löwen, 3 Männchen und 2 Weibchen herzu und legen sich so zum Wasser, dass kein anderes Tier (Zebras, Springböcke, Oryxe, Gnus) mehr trinken kann. Eine ganze Giraffenfamilie versucht zirka eine halbe Stunde lang doch irgendwie ans kühle Nass zu kommen, aber keine Chance. Die Löwen haben beschlossen zu bleiben, zu ruhen und intensiv Sex zu haben. Einer der Master Lions marschiert zwischen unseren Autos durch als ob er uns sagen möchte „Ihr könnt mich nicht aus der Ruhe  bringen“. Wir sind sehr beeindruckt. Am zweiten Wasserloch badet eine Elefantenfamilie. Der Bulle passt auf, die Kühe spielen mit den Kindern, spritzen sie nass und zeigen ihnen wie sie sich abkühlen können. Leider ist das Camp Halali eine unglaublich staubige Angelegenheit, ohne Schatten, mit heruntergekommen Sanitäreinrichtungen, aber teuer. Am Wasserloch trinkt eine Giraffe, sonst gibt es jede Menge Perlhühner. Unsere weiteren Versuche an Wasserlöchern Tiere zu finden, sind nicht so von Erfolg gekrönt. Aber unsere ersten Erlebnisse sind auch schwer zu toppen! Am Etoscha Look Out blicken wir auf die große, weiße Salz- und Tonebene. Kaum zu glauben, dass hier einmal ein Gletscher lag, dann Sanddünen und wieder später viele Flusssedimente eingeschwemmt wurden - natürlich vor einigen Millionen Jahren.

 

Unser Resümee aus der Etoscha: nach der großen Freiheit davor und den vielen Tieren, die wir schon in „freier Wildbahn“ getroffen hatten, ist zwar viel zu sehen, aber alles sehr regelmentiert und geordnet. Jetzt freuen wir uns wieder auf Begegnungen mit Menschen und Tieren jenseits von Verboten und Regeln.

 

In Tsumeb, der alten Bergbaustadt, erholen wir uns im Restcamp Kupferquelle am Swimmingpool und unter blühenden violetten Jacarandas vom Staub der letzten Tage. Hier verabschieden wir uns auch von Johanna und Gerhard, die zurück nach Windhouk müssen. Wir bereiten uns auf unser nächstes Ziel, den Caprivi Streifen und dann Zambia.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ferdinand und Karin (Montag, 25 September 2017 22:06)

    Hallo ihr beiden!
    Freut uns, dass es euch gut geht. Wir bestaunen eure Bilder und bekommen Fernweh.
    Habt weiterhin eine gute Zeit (Vorsicht vor hungrigen Löwen)!
    Liebe Grüße Karin + Ferdinand

  • #2

    Günter Schwarz (Dienstag, 26 September 2017 14:08)

    Sitze im Büro und Täume von Elefanten, Nashörnern, Großkatzen usw.
    ich wünsche euch weiterhin einen guten, interessaten Verlauf eurer Reise
    Liebe Grüße Günter