Tchad 2025 - ins Tibesti & Ennedi


  • Tibestigebirge
  • Trou ou Natron
  • Ounianga Kebir
  • Ounianga Serir
  • Mourdi Depression
  • Guelta d´Archai
  • Ennedimassiv
  • Manda Gueli Cave
  • N´Djanema 

Eine Reise zu den Wüstengebirgen Tibesti und Ennedi im Tschad

 

Reisedauer:           4.11.2025 – 2.12.2025

Mitreisende:          Ursula & Christian; Silvia & Bruno

Reiseagentur:       Zenith Tours Chad

Unsere Begleiter:  Osman (Reiseleiter und Koch); Omar (Fahrer und 2. Reiseleiter); Ahamd (Fahrer und Tee – Zeremonienmeister);                                     Gödbee (Übersetzer); Adam (Fahrer)


 4.11.2025 – 7.11.2025     Anreise

 

Am 4.11.fliegen wir von Wien nach Paris und verbringen in einem Flughafenhotel die Nacht, wir möchten unseren Weiterflug nach N’Djanema am 5.11. morgens in Ruhe erreichen. Wie ausgemacht treffen wir am Gate Ursula und Christian, die von München angereist sind. Leider versäumen Silvia und Bruno den Flug, da ihre Maschine aus Basel ein technisches Problem hat und verspätet in Paris ankommt. Sie werden umgebucht und können abends nach Addis Abeba und am nächsten Tag nach N’Djanema fliegen.

Wir Vier landen in N’Djanema wie vorgesehen am Abend des 5.11. Am Flughafen erwartet uns Yaou, der Chef der Agentur Zenith, und begleitet uns ins Hotel Irrisor. Da Silvia und Bruno erst 1 Tag später ankommen werden, wird noch eine Nacht im Hotel für uns reserviert. Wir verbringen einen entspannten Tag unter vielen Vertreter/innen von NGOs, die offenbar Richtung sudanesischer Grenze unterwegs sind.

Erste Details der Reise werden besprochen, Geld gewechselt und das weitere Prozedere geklärt. Yaou erklärt uns, dass er unseren Reiseverlauf „umdrehen“ wird – also zuerst ins Tibesti und zum Abschluss ins Ennedi – da in der wichtigsten Stadt im Osten, in Abéché, der Diesel wegen der vielen NGO Vertreter/innen teuer und knapp geworden ist. Entlang der Westgrenze nach Norden sei noch genügend Treibstoff zu vernünftigen Preisen vorhanden. Außerdem können wir erst in Faya Largeau klären, welche Routen wir überhaupt im Tibesti fahren dürfen. An der Grenze zu Libyen wurde Gold gefunden. Nachdem die lokale Bevölkerung sich geweigert hatte, eine von der Regierung beauftragte chinesische Bergbaufirma zu akzeptieren, herrscht Goldgräberstimmung und es gibt einige Konflikte um Schürfrechte. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass die Entscheidung die Route umzudrehen goldrichtig war: das schroffe Tibesti zu Beginn der Reise und der Abschluss im „lieblicheren“ Ennedi hat uns sehr gut getan.

Dann passiert das nächste Unglück: beide Gepäckstücke von Silvia und Bruno kommen nicht an. Der Versuch Ersatzkleidung zu bekommen stellt sich als schwierig heraus. Wenigstens die notwendigen Medikamente können mit Ursulas Hilfe (sie ist Ärztin) besorgt werden.

Am Nachmittag des 7.11. können wir dann mit unserer Crew vom Hotel aufbrechen und N’Djanema Richtung Norden verlassen. Ein paar Einkäufe noch, erste Eindrücke der pulsierenden Stadt aufsaugen und hinaus geht es in dichtem Verkehr, ca. 100km zu unserem ersten Übernachtungsplatz; Zelte aufstellen und einen guten Eintopf mit Gemüse, Fleisch und Couscous genießen – das Abenteuer kann beginnen.

Um 1:00 bringt ein Taxi Silvias Tasche nach. Brunos Tasche ist noch auf Irrwegen, wir werden sie erst am Ende der Reise im Büro der Agentur abholen können.

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8.11.2025 – 10.11.2025  Nach Faya Largeau

 

In rasanter Fahrt geht es nach Norden, Richtung Faya Largeau. Wir können Nomaden vom Stamm der Fulbe beobachten, die nach Ende der Regenzeit Richtung Süden unterwegs sind. Die Frauen und Mädchen sitzen in „Sänften“ auf Kamelen, die mit bunten Tüchern verhängt sind. Ab und zu lugen ihre Füße hervor. Die Männer und Jungen treiben die Tiere: Kamele, Ziegen, Esel, ab und zu auch Rinder. Was für ein farbenfrohes Bild.

Wir passieren Dörfer aus Rundhütten, teilweise aus Lehmziegeln mit Strohdächern. An einem Brunnen stoppen wir, um unsere Wasserbehälter zu füllen. Viele Tiere drängen sich um das kostbare Nass. Immer wieder kommen uns riesige LKWs entgegen, abenteuerlich meterhoch beladen, oft sitzen ganz oben noch Passagiere. Sie kommen aus Libyen, sagen unsere Guides. Es gibt offenbar regen Handel: Tiere, vor allem Schafe, Ziegen, Rinder und Kamele vom Tschad nach Libyen, Benzin, Diesel und Waren aller Art von Libyen in den Tschad. Ehemalige Feinde treiben lukrativen Handel – so geht es auch! Landschaftlich bieten sich kaum Highlights. Ebenes Gelände, ab und zu Dünen, bizarre Lehm- und Sandsteinformationen in einem großen Wadi.

Endlich, gegen 14:30 sind wir in Faya Largeau. Auf der Polizeistation werden unsere Pässe und Visa überprüft, dann checken wir am Campingplatz ein. Der befindet auf dem Gelände eines ehemaligen Spitals, die Duschen funktionieren und wir sind zufrieden. Ein sehr entspannter Bummel durch den Basar und ein gutes Abendessen lassen uns die Strapazen der letzten Fahrtage vergessen. 

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11.11.2025 – 13.11.2025            Zum Trou du Natron

 

Wir verlassen Faya Largeau in Begleitung eines Tubu Guides; mit ihm dürfen wir offenbar die geplante Route fahren. Am Stadtrand beobachten wir Karawanen mit Dromedaren, die Natron nach Süden transportieren.

Wieder geht es in rasanter Geschwindigkeit über Pisten nach Norden. Immer mehr abenteuerlich beladene Pickups und LKWs wirbeln viel Staub auf. Bei einem dieser LKW-Ungetüme können wir Diesel tanken. Sie sitzen seit gut einer Woche fest, berichten Fahrer und Passagiere, im Getriebe sei etwas gebrochen. Selbstverständlich können wir aus dem riesigen Tank unsere Kanister füllen, gerne nehmen sie das Geld.

Richtung libyscher Grenze sind LKWs mit Tieren unterwegs. Tote Ziegen, Schafe oder Rinder säumen die Piste, denn die, die den Transport nicht überleben, werden einfach hinaus geschmissen. Viele der Mitfahrer, die hoch oben auf den LKWs oder Pickups sitzen, sind unterwegs ins Grenzgebiet um Gold zu suchen. Bis zu 5 Jahre müssen sie sich bei einem der lokalen Patrons, die Claims besitzen, verpflichten. Die Arbeitsbedingungen sind schrecklich, Unfälle an der Tagesordnung. Falls sie etwas finden, bleibt ihnen nur ein Bruchteil, denn sie müssen nicht nur an den Patron und den Distriktchef abliefern, sondern auch für Geräte, Kleidung, Unterkunft und Essen zahlen. Die Schilderungen ähneln denen aus Potosi in Bolivien während des Silberrausches - ob sich jemals etwas ändern wird, wenn es um kostbare Bodenschätze geht?

 

Ein Highlight auf der Strecke ist der Monolith Ehi Atroun, ca. 300m lang liegt er in der Ebene. Zarte Ritzungen von Kamelen und Rindern finden sich am Eingang zu einer Höhle. Tonscherben und ein Reibestein deuten an, dass dieser markante Felsklotz für Nomaden ein bedeutsamer Ort ist.

Zouarke ist ein geschäftiger Handelsknoten. Emsige Arbeiter mit kleinen Schubkarren holen Waren aus den libyschen LKWs, um sie zu den kleinen Geschäftsbuden zu bringen. Und natürlich könnten wir hier Gold kaufen, große Schilder weisen darauf hin.

Stundenlange Fahrt durch schwarze und dunkelbraune Lavafelder kündigen den Trou au Natron an. Auf 2200m öffnet sich ein riesiges Loch (=Trou), 700m tief. Staunend stehen wir vor der Caldera und blicken in die Tiefe, wo sich ein schwarzer Sekundärkrater, Natronflächen und ein Salzsee befinden. Es riecht nach Schwefel. Was für ein Naturschauspiel! Auf unserer Wanderung am Kraterrand begegnen uns Nomadenkinder mit ihren Ziegen. Wovon leben sie hier, in dieser kargen, schwarzen, unfruchtbaren Gegend? Kein Wunder, dass die Menschen hier abweisend und hart gegenüber Fremden sind.

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14.11.2025 – 17.11.2025            Unterwegs im Tibesti         

  

Verrostete Panzer aus den verschiedenen Kriegen zwischen Tschad und Libyen haben bereits die ganze Strecke zum Trou au Natron gesäumt. Die gibt es auch am Weg nach Bardai. Unsere Guides sind besonders vorsichtig, denn beim Rückzug haben die von Libyen unterstützten Rebellen viele Gebiete vermint. Rote Fähnchen markieren die entminten Pisten und wir sind gut beraten nicht abseits zu fahren. Explodierte Autowracks von Einheimischen bezeugen, was passieren kann. Wir können in keinen Wadis übernachten, da die Gefahr vor angeschwemmten Minen zu groß ist.

Das Gonoa Valley ist den Guides noch nicht bekannt; dank unserer Reisevorbereitungen verpassen wir dieses Highlight nicht. Es hält eine einzigartige Outdoor - Galerie von Felsritzungen bereit. Giraffen, Rinder, Elefanten, sogar ein Nashorn finden wir in den Felswänden. In der Bezirksstadt Bardai herrscht rege Bautätigkeit, denn man hofft auf den Zuzug von Goldsuchern. So mancher Patron hat sich bereits eine imposante Villa bauen können, dicht neben ganz traditionellen Hütten.

Diesel zu bekommen ist in dieser Gegend eine Wissenschaft. Unsere Guides haben in Yebbi-Bou Diesel vorbestellt. Es dauert ein wenig, bis das richtige Lehmhaus mit der richtigen Türe gefunden wird. Dann gibt es einmal großes Palaver, offenbar hat sich der ausgemachte Preis verändert. Aber nach einiger Zeit ist alles gut und unsere sind Tanks wieder voll.

Langsam ändert sich die Landschaft. Zwischen den schwarzen, schroffen Lavafeldern liegen immer wieder bizarre Granitfelsen, die unsere Fantasie anregen. Wir lassen den höchsten Vulkan, den Emi Koussi mit 3415m, im Westen liegen, und fahren immer weiter nach Süd-Osten, Richtung Gouri. Die schwarzen Vulkankegel treten zurück und begleiten uns in der Ferne, Wadis mit Baumbestand, Sanddünen und Schotterflächen dominieren. Wir sind in der Region Ennedi angekommen.

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18.11.2025 – 21.11.2025            Seen in der Wüste

 

Die Seen von Ounianga sind eine Sensation und erinnern an die Mandara Seen in Libyen. Sie sind fossile Reste eines ehemals viel größeren Seensystems im Tschadbecken, das es zwischen 10.000 bis 1.500 vor heute gab. Heute existieren in dieser trockenen Region, mit weniger als 2mm Niederschlag pro Jahr, noch 18 Seen. Eine Gruppe liegt bei Ounianga Kebir, einer schrecklich schmutzigen Handelsstadt in traumhafter Lage an einem der Seen. Ein Stück weiter bleiben wir am „blauen“ See und „roten“ See – die Farbe wird durch die gelösten Mineralien bestimmt. Originelle Heilbäder (= am Ufer gegrabene Vertiefungen) deuten darauf hin, dass die lokale Bevölkerung die heilende Wirkung des mineralhaltigen Wassers sehr schätzt. Eine weitere Seengruppe befindet sich bei Ounianga Serir. Einer wird von unterirdischen Quellen gespeist und man kann darin schwimmen. An einem weiteren wurde früher Salz gewonnen. Das Ufer ist dicht mit Dattelpalmen bewachsen. Zur Erntezeit kommen viele Helfer aus der Umgebung, um die kostbare Frucht zu pflücken und um sie zu den umliegenden Märkten zu transportieren. Auch hier finden wir, versteckt unter Palmen, Kriegsrelikte.

In Demi, einer kleinen Oase, graben Frauen mühsam ein Gemisch aus Erde und Salz ab. Das wird dann mehrmals gewaschen und schließlich für den Verkauf auf Märkten in Säcke gefüllt. Leider sind die Bewohner/innen unfreundlich. Die Guides müssen ca. 80,00€ zahlen, damit wir dabei zusehen dürfen und um Wasser aus dem Brunnen schöpfen zu können. Sehr schade!

Am Weg zur Mourdi Depression, auf schwarzer Hochfläche (700m), stoppen wir bei prä-islamischen Gräbern. Mehrere große, ovale Steinhaufen, die fast die gleiche Form haben wie die umliegenden verwitterten Hügel, liegen einsam in dieser stillen Gegend. Osman erklärt, dass die Menschen in Tongefäßen in Hockstellung begraben wurden. Sehr spannend!

Über braune, schwarze Ebenen und durch Gebirgsdurchlässe erreichen wir schließlich Fada mit seinem sehr ursprünglichen Markt. Hier können unsere Lebensmittelvorräte, Diesel und Wasser gebunkert werden. Groß ist die Auswahl nicht, aber die Menschen am Markt sind zumindest freundlich. Abends kommt eine Sandviper dem Zelt von Ursula und Christian ziemlich nahe. Sie haben Glück, sie scheint gerade satt zu sein und ist an Menschen nicht interessiert.

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22.11.2025 – 27.11.2025            Durchs Ennedi bis Kalait

 

Die Sandsteinformationen des Ennedi sind einfach umwerfend, wir können uns kaum satt sehen an den unzähligen Bögen, Brücken, Höhlen, Säulen, Canyons. Menschen haben hier schon immer gesiedelt, und so finden sich Reste früher Eisenproduktion versteckt zwischen hohen Wänden. In einem Canyon können wir zwei Buben beobachten, wie sie ernst und konzentriert zwei 20 Liter Wassersäcke in einem Guelta füllen und sie gekonnt auf den Esel laden. Kindheit schaut hier anders aus als in Europa!

Am Eingang zum Guelta d’Archai stellen wir unsere Zelte auf. Die nahe Nomadenfamilie hat erkannt, dass man mit Touristen etwas Geld machen kann. Flugs bauen die Kinder einen kleinen Stand mit gebasteltem Schmuck und Steinen auf. Osman bestellt frisches Fladenbrot für uns, das auch prompt zum Frühstück geliefert wird. Am frühen Morgen wandern wir 1,5 Stunden zu einem Aussichtpunkt ins Guelta d’Archai. Wir klettern über Felsen, Geröll, unter Akazien durch und über Sandflächen, begleitet von 2 flinken Mädchen der Nomadenfamilie. Eine hat den Auftrag, besonders auf mich aufzupassen; das macht sie mit großem Ernst und Aufmerksamkeit. Ich bin von ihrem festen Griff, mit dem sie mich über schräge Flächen führt, tief beeindruckt. Es gibt kaum Worte, um den Blick ins Guelta d’Archai zu beschreiben. Die hohen Wände umrahmen ein Wasserloch, das Gebrüll der vielen Dromedare erfüllt die Schlucht, auf einer Sandbank liegen ungerührt 2 Wüstenkrokodile – fast eine biblische Szene.

Vor der Mittagshitze sind wir zurück bei den Autos. Die beiden Mädels sind die ganze Zeit in ihren Flipflops neben uns hergelaufen und tragen am Rückweg schwere getrocknete Schilfbündel auf ihren Köpfen. Wir bleiben noch ein wenig im schattigen Wadi um das Gesehene sickern zu lassen. Sehr eindrucksvolle Felsmalereien in der Manda Gueli Cave beschließen den Nachmittag.

Am nahen Brunnen (ein „Swiss Project“) herrscht schon am Morgen reges Treiben. Schafe, Ziegen, Dromedare, Esel – alle brauchen Wasser. Offenbar herrscht eine strenge Rangordnung, wer wann trinken darf. Manche Mädchen in ihren hübschen, bunten Kleidern, schäkern ein wenig mit uns, was ihren Brüdern nicht immer gefällt. Manche sind selbstbewusst genug und lassen sich nicht abhalten. Osman sagt, dass es für die Nomadenkinder nur in den größeren Städten Schulen gibt. Viele können weder lesen noch schreiben, ihre Sprache kennt keine Schrift. Was für ein Leben!

In der Terkei Barakatra Höhle ist eine "historische" Reiterschlacht gekonnt in Szene gesetzt. Unzählige berittene Krieger stürmen aufeinander zu – Geschichtsunterricht live! Etwas versteckt finden wir die Malerei der berühmten „großen Kuh“. Im Ausmaß von ca. 2m ziert sie die Decke einer Nebenhöhle.

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Unsere Fahrt durch die Wadis des Ennedi ist Genuss pur. Immer wieder passieren wir Brücken, Bögen („Five Arches“), spitz aufragende Säulen („Bottle Neck“) und fantasievolle Gebilde. Beim „Elefantenfelsen“ übernachten wir, unser Lunch bewacht ein 80m hoher Felsbogen und ein weiteres Nachtlager finden wir unter einem filigranen Bogen. Einfach umwerfend.

Das Wadi und Guelta Bachikele ist besonders hübsch. Üppige Vegetation bedeckt die Felswände im ganzjährig mit Wasser versorgten Wadi. Wir wandern bis zur Quelle, wo 2 Nomadenbuben selbstvergessen plantschen. Am Rückweg erleben wir eine sehr unangenehme Situation. Ein Nomade, der seine Dromedare zur Tränke führt, ist offenbar von unserer Anwesenheit so irritiert, dass er sich hinter einer Palme versteckt und mit seiner Peitsche zuschlägt. Er trifft Silvia. Wir sind alle sehr empört und bestehen darauf, den Vorfall zu melden. Es dauert ein wenig, bis die wichtigen Männer des Dorfes in die Gänge kommen. Erst unsere Drohung den Vorfall in Europa publik zu machen, was dazu führen kann, dass ihre Einnahmequelle „Touristen“ versiegt, bewegt den Distriktchef in N’Djanema anzurufen. Er versichert uns, dass das Militär den Mann ausfindig machen wird und er vor Gericht gestellt wird. Wir wissen nicht, ob das wirklich passiert ist, aber wir haben immerhin ordentlich Wind gemacht und deutlich gezeigt, dass man so nicht mit Menschen umgehen kann. Immer wieder fällt mir der Titel des Buches von Bartholomäus Grill ein: „Ach Afrika!“.

 

Schließlich erreichen wir Kalait, wo wir eine längere Pause einlegen müssen. Unser „Küchenauto“ hat offenbar Probleme bei der Dieselversorgung. Es wird repariert und wir haben ausführlich Zeit das Leben in der Stadt zu beobachten. 

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28.11.2025 – 1.12.2025  Brunnen, Märkte und zurück nach N‘Djanema

 

Wir lassen die wunderbaren Sandsteinformationen des Ennedi zurück und begeben uns auf die Rückfahrt nach N’Djanema. Dafür nehmen wir nicht die „Hauptstraße“  sondern Pisten im Hinterland über Ata. Immer wieder stoppen wir an einigen Brunnen und können ausgiebig das bunte Treiben beobachten. Die Menschen hier sind freundlich und offen, machen von uns Fotos und lachen mit uns. Was für eine Wohltat. Langsam ändert sich die Landschaft: mehr Vegetation, mehr Wasser, landwirtschaftliche Flächen. Dörfer aus Rundhütten säumen unseren Weg, immer mehr Rinderherden, Ziegen und Schafe. Wir halten bei Speichervorrichtungen aus Ton und beobachten wie Sorghum gedroschen und für den Verkauf verladen wird. Wir sind in der Sahelzone mit sesshafter Bevölkerung angekommen.

Hinter Ati beginnt – theoretisch – Asphalt. Immer wieder müssen die Driver den vielen Löchern oder Baustellen ausweichen. „Der Gouverneur kauft lieber Waffen, als die Straße herzurichten“ sagt Omar lachend. Jetzt haben die Chinesen den Auftrag die Verbindung nach N’Djanema herzurichten – „Ach, Afrika!“.

Der Wochenmarkt in Ambassana katapuliert uns noch einmal ins ursprüngliche, afrikanische Leben. Hier wird alles verkauft: Tiere, kunstvoll geflochtene Matten, Lebensmittel, getrocknete Fische, Tabletten, Zuckerhüte, elektronische Geräte. Fasziniert lassen wir uns im Gedränge treiben und lachen mit den Menschen. Ein sehr gutes Gefühl!

 

Hier beschließen wir mit der Crew unsere Zelte nicht noch einmal im Nirgendwo aufzuschlagen, sondern in N’Djanema ein Hotel zu buchen. Wir sind alle staubig, verschwitzt und müde, voller unglaublicher Eindrücke. In rasanter Fahrt geht es auf schlechtem Asphalt und mit viel Verkehr zum Hotel Residence, nahe beim Flughafen. Wir genießen eine ausgiebige Dusche und ein gutes Abendessen; unsere Crew ist glücklich zu ihren Familien zurückkehren zu können.

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Am 1.12. kommt noch einmal die ganze Mannschaft ins Hotel. Bevor wir zum Flughafen gebracht werden verabschieden wir uns von ihnen. Wir sind alle sehr bewegt und dankbar. Unsere 5 Begleiter haben uns aufmerksam, wertschätzend und professionell durch ihr Land geführt. Wir waren ein echtes Team und haben viel voneinander gelernt. Was für ein Geschenk!


1.12.2025 – 2.12.2015     Paris – Wien - Linz

 

Am 2.12. in der Früh landen wir wohlbehalten in Paris, alle erreichen ihre jeweiligen Anschlussflüge. Martin und ich sind zu Mittag in Wien und am Nachmittag zu Hause in Linz.

 

Eine unglaubliche Reise ist zu Ende. Wir haben beide das Gefühl, aus einem Film zu erwachen. Die vielen Bilder, Eindrücke und Erlebnisse müssen wir erst langsam verarbeiten.

Wie heißt es so treffend: „Unsere Körper sind schon da, unsere Seelen brauchen noch.“  

Die Erstellung dieser Homepage hilft uns dabei ein wenig. 


unsere Route

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Quelle: Michelin 953 Südteil


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