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Unser ganz persönliches Resümee von 28 Tagen Angola


Bon dia!“ - „God bless you!“ - wann immer wir Menschen treffen, werden wir herzlich begrüßt. Der Tankwart, der einen Freudentanz aufführt, als wir sagen „Full, please“, der Polizist, der in der Früh an unsere Türe klopft und fragt, ob wir eh gut geschlafen haben, die Straßenpolizisten, die bei der Kontrolle beide Daumen hoch halten und uns gute Fahrt wünschen, die Jungs, die uns beim Reifenwechseln mit viel Lachen helfen (und so unseren Ärger über das Loch im Reifen lindern), die Mädchen und Frauen, die zu singen beginnen, als wir fragen ob wir beim Bierbrauen ein Foto machen dürfen – diese Liste ließe sich noch fortsetzen. Wir sind überwältigt von der Freundlichkeit und Offenheit mit der man uns begegnet. So willkommen haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt. Dafür sind wir sehr dankbar.

 

Si – la pista….“ und ein Seufzer. Ja, die Pisten und Straßen sind wirklich eine Herausforderung. Wenn die Überlandstraßen nicht mehr ganz neu geteert sind, fahren wir mit LKWs, Mopeds, 3Radlern („Keweseki“), Pick-Ups und was sonst noch 4 Räder hat Slalom um die Potholes. Und dann gibt es Pisten, die einfach zu Single Trails werden, obwohl sie zu wichtigen Brücken führen. Die Dörfer ab Zentralangola bis zur Grenze von Zambia und Kongo sind praktisch vom Westen her abgeschnitten. Die einzige Verbindungspiste – laut Karte eine überregionale Straße – ist völlig kaputt. Die Siedlungen sind nur mit Mopeds, 3Radlern oder zu Fuß erreichbar. Unsere große Bewunderung gilt den Mopedfahrern, die gekonnt über alle Rinnen und Löcher tanzen, voll bepackt mit Säcken, Gasflaschen und natürlich mit Menschen. Genauso bewundern wir die Fußgänger/innen, die unermüdlich unterwegs sind. Meist sind es Frauen und Mädchen, die auf dem Kopf gekonnt eine voll gepackte Schüssel oder einen Sack transportieren, und dazu mindestens ein Kind am Rücken gebunden haben. Männer, Frauen, Kinder – alle tragen immer etwas: einen Sack, einen Stock, ein weiteres Kind. Sie alle schaffen es zu überleben, geduldig und meist fröhlich, in einer Gegend wo der Staat völlig versagt was die basale Infrastruktur betrifft.

 

Angola ist ein reiches Land, es hat viele Rohstoffe, die der Weltmarkt dringend braucht. Dieser Reichtum wird von den wenigen, die ihn genießen, zur Schau gestellt: am Surferstrand, wo man mit dem SUV anreist und sich das Picknick zum Strand bringen lässt oder in Luanda im Yacht Club, wo in teuren Outfits Sport betrieben wird oder die eleganten Restaurants besucht werden. Die glitzernde Skyline von Luanda steht in krassem Gegensatz zu den pech-schwarzen Nächten in den entlegenen Dörfern. Dort, wo Arm und Reich aufeinander treffen, wird gebettelt. Über Land rufen die Kinder vor allem „Bola, bola“ – denn jedes noch so abgelegene Ort hat einen Fußballplatz.

 

Touristisch gesehen ist der Westen von Angola gut zu bereisen. Die Straßen sind zwar voller Schlaglöcher, aber grundsätzlich gut befahrbar. Bei den touristischen Highlights findet man Campingplätze oder Möglichkeiten gut zu übernachten. Der Osten hingegen scheint noch völlig „vergessen“ zu sein. Die Straßen großteils schlecht, die Pisten extrem mühsam bis unfahrbar. Es gibt keine touristische Infrastruktur, wir haben immer bei Dörfern gefragt und problemlos übernachtet.

 

Wir haben mächtige Flüsse, hohe Wasserfälle, üppige Wälder, imposante Gebirgskanten, den wilden Atlantik, historische Stätten, bunte Märkte, viele Dörfer und überquellende Städte erlebt. Alles unglaublich eindrucksvoll und einzigartig. Jedoch sind es die Menschen hier, die unsere Herzen besonders erwärmt haben. Wir bedauern es sehr nicht Portugiesisch zu sprechen, denn wir hätten uns gerne intensiver unterhalten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Josef Drabek (Sonntag, 19 Juli 2026 17:08)

    Danke für die Zusammenfassung. Wie immer bei euch, ist man irgendwie mit "Herzen" dabei. Eine tolle Reise voller Eindrücke und Dankbarkeit, dass es noch solche Orte gibt, wo man sich dabei fühlen darf. Lb Gr