12.7.2026 – 18.7.2026
Während der Ruhepause an den Calandula Falls haben wir Kraft getankt für die nächsten Tage – und die werden wir brauchen, wie sich bald herausstellt. In Malanje können wir uns noch einmal mit allem Nötigen eindecken, bevor wir uns nach Osten Richtung Zambia aufmachen. Bis Mussende verläuft eine fürchterliche Piste, mit scharfkantigen Resten von Asphalt und vielen Rillen. Viele Fußgänger, Mopeds und 3Räder mühen sich mit uns über die Strecke. Am „Straßenrand“ bieten Köhler ihre Säcke an, kleine Dörfer liegen am Weg. Schließlich haben wir in der größeren Siedlung „San Luca“ genug und fragen bei einem Haus, ob wir bleiben dürfen. Natürlich sagt man uns und schon sind wir umringt von der Dorfjugend, die dann die ganze Nacht hindurch bei Elektrobeat feiert.
Bis nach Kuito ist die Straße etwas besser. Nur eine der vielen Tankstellen hat Treibstoff, eine lange Schlange von Mopedlern zeigt uns welche es ist. Voll Hoffnung machen wir uns auf den Weg nach Cuemba. Die Piste folgt auf weiter Strecke der Benguela Eisenbahn. Rasch müssen wir erkennen, dass der Osten offenbar nicht zu den infrastrukturell bevorzugten Gebieten zählt. Wir rumpeln über eine Hochmoorebene und dann wieder hinunter nach Cuemba. Dort hockt zwar das Militär im Wald, aber das heißt nicht, dass sie sich um eine gute Piste kümmern. Nur die Straßenzüge, die für das Militär bedeutsam sind, sind in Cuemba asphaltiert, der Rest ist Rumpelpiste.
Als wir den Zustand der EN250 nach Luena, einer großen Stadt im Osten, sehen, können wir es nicht glauben: kaum erkennbare Fahrspuren. Aber 2 Herren versichern uns, dass dies die richtige Verbindung sei. Also los, aber nach ca. 20km über fast verwachsene Spuren, nach Piste bauen und etlichen Umfahrungen mit Herzklopfen, geben wir auf. Frauen, die von einem Feld kommen, sagen uns, dass die EN250 nicht mehr fahrbar ist, aber es gibt eine Ersatzpiste. Das sind grundsätzliche gute Nachrichten. Da es schon finster wird, fragen wir in einem Dorf, ob wir übernachten dürfen. Rosa-Maria, die Hausherrin, erlaubt uns vor ihrem Haus zu stehen und wir sind einfach nur glücklich. In der Nacht höre ich einen LKW vorbeirauschen, das macht Hoffnung nun auf einer „richtigen“ Piste zu sein. Aber auch die erfüllt sich wieder nicht, denn auch die Ersatzpiste ist kaum fahrbar. Nach nur 5km und einem abgebrochenen Lehmrücken über einen tiefen Graben kehren wir endgültig um. So kommen wir nie nach Luena und weiter an die Grenze nach Zambia. Traurig machen wir uns auf den Retourweg – wieder über die schlechte Ersatzpiste nach Cuemba, die rumpelige Hochmoorstrecke und zurück nach Kuito. Am Weg sehen wir den Minenräumdienst, denn hier war intensives Kriegsgebiet während des schrecklichen Bürgerkriegs. Zwischendurch halten wir in einem Dorf, wo Frauen Bier brauen. Sie singen fröhlich für uns, als wir für ein Foto stoppen – das versöhnt uns wieder etwas. Wieder tanken in Kuito und dann schleunigst auf in den Süden. Bis Menongue und Caiunde führt eine exzellente neue Teerstraße mit nur gelegentlichen Potholes – was für ein Genuss! Von Caiunde folgen wir dem Fluss Cubango. Heftige Bautätigkeit, eine breite Schotterpiste – hier wird ausgebaut. Aber nach ca. 20km ist Schluss und wir schaukeln und ruckeln wieder über Stein-, Sand- und Schotteroberflächen. Viele Siedlungen liegen an dieser Strecke. Wir sehen zum ersten Mal Rinder, Esel und Ochsenkarren. Mais wird in aufwändigen Holzkonstruktionen aufbewahrt, auf Holzgabeln hängen Fleisch und Fisch zum Trocknen. Schließlich erreichen wir Catambue, wo wir am Cubango einen wunderbaren Platz direkt am Fluss finden. Die Locals beteuern, dass wir hier sehr willkommen sind. Also bleiben wir um unseren letzten Nachmittag und Abend in Angola in Ruhe ausklingen zu lassen. Wir beobachten das rege Treiben am Fluss. In Einbäumen wird laufend gequert, alles Mögliche hin- und her transportiert, ein großer Wasserfass wird gefüllt und auf einem Schlitten mit 2 Ochsen zum Dorf gezogen. Jede und jeder grüßt uns oder schaut kurz beim Auto vorbei. Als es dunkel wird kommen Kinder und der Lehrer aus dem Dorf zum Lagerfeuer. Wir machen Popcorn für alle, Martin trommelt und spielt Mundharmonika. Ein stimmiger Abschied.
Es sind noch 50km bis zum Grenzübergang Katwiti. Dann müssen wir uns von diesem spannenden Land verabschieden, denn unser Visum läuft nach 30 Tagen ab.
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Horst &Heidi (Sonntag, 19 Juli 2026)
Tolle Aufnahmen!���
Weiterhin gute Fahrt!��
Sieglinde (Sonntag, 19 Juli 2026 15:19)
Danke für diesen eindrucksvollen und berührenden Bericht sowie die Fotos!�